kleider machen ein mädchengesicht..

Bei der trauergruppe zu der wir regelmäßig gehen habe ich mit der kleinen viel halt gefunden, erst war es seltsam, dann nach und nach vertrauter..dort sind wunderbare menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch teilen alle das furchtbarste, was einem elternteil passieren kann..

Meine kleine ist immer blau, grün, weiß, beige, schwarz, braun, rot, gelb, gekleidet, kleidchen sind schrecklich unpraktisch und im alltag kaum vorhanden, bei meinen ersten besuchen in der gruppe hielten die meisten das kind erst für einen jungen, name und anredeform sind nicht so eindringlich, wie das aufgenommene bild. Dadurch kam das thema geschlecht also bei meinen ersten besuchen gleich auf den tisch und auch noch im direkten bezug zu meinem weiblichen kind in grün/blauer latzhose, mit hellgrünem sonnenhut.

Eine furchtbar liebe sanfte, ältere frau sagte, dass sie auch vom gesicht her auf einen jungen getippt hätte, die anderen stimmten ihr zu.

Ich erwiderte, dass es seltsam ist, so habe ich auch den eindruck, dass sie wie ein junge aussieht, mit ihren zügen und allem drum und dran, und wenn ich ihr ein kleidchen anziehe und ein zöpfchen mache, dann sieht sie mit ihren zügen und allem drum und dran aus wie ein mädchen..aber das ist gesellschaftsbedingt, was wir täglich sehen beeinflusst unser bild, in dem alter haben hormone noch keine auswirkung darauf, dass mädchen weichere und jungen schärfere gesichtszüge haben. Ich kann ihr ja mal ein kleidchen anziehen..

In der gruppe sind nach meiner erfahrung nie spannungen, es wird gescherzt, gelacht, geweint und gegessen, wenn ich ehrlich meine meinung sage, weiß ich, dass sich niemand angegriffen fühlt und niemand verurteilt, es ist ein besonderer ort!!!

Eine woche später zog ich der kleinen ein kleid an und machte ihr einen zopf, das mit dem zopf beendete sie auch gleich wieder, das war ihr nicht geheuer..

Und als wir ankamen wurde mir recht gegeben, jetzt sieht sie aus, wie das geborene mädchen, mit allem drum und dran. Ein liebes paar, das ich sehr schätze und mit dem zu sprechen mir wirklich das gefühl gab nicht alleine zu sein, verließ die gruppe, es war zu viel die kleine im kleidchen, sie haben auch ein kleines mädchen verloren.

Seit dem ziehe ich der kleinen bewusst als neutral eingeordnete sachen an, was nicht schwer fällt.

Sie, der weibliche part des pärchens tastete sich langsam an meine wirbelwind ran, bei einem späteren treffen fragte sie mich, warum ich die kleine immer so anziehe, man sieht ja gar nicht, dass sie ein mädchen ist, als ich sagte, dass es auch nicht nötig sei, dass man das sieht, die große habe ich auch nicht in rosa zeugs gesteckt, fragte sie, ob ich jungen gewollt habe.

Ich lachte herzlich, erwiderte, nein ich habe mir genau das gewünscht, was ich bekommen habe, zwei mädchen! Ich kann mir gar nicht vorstellen einen jungen zu bekommen, wenn es so wäre, denke ich wäre es mir egal, kinder sind wunderschön, sie gab mir in beidem recht, wunsch mädchen, praxis kind. wir sprachen über identifikation und darüber, dass wir uns das wickeln bei mädchen einfacher vorstellten.

Noch einmal, in der gruppe nehmen sich alle so an, wie sie sind, ob alt,ob jung, ob laut, ob leise, ob feministin, oder beamte..das ist etwas besonderes, was ich so noch nicht gefunden oder gesucht hatte.

Ich finde die gespräche interessant, deshalb schreibe ich hier davon, nichts davon würde ich negativ bewerten wollen!

Lovis

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