meine trauerbegleiterin ist schwanger

 

Die trauerbegleitung, die wir haben, wird vom jugendamt, über einen träger finanziert.

Mit dem jugendamt haben wir zunähchst sehr unangenehme erfahrungen machen müssen, Dazu vieleicht irgendwann mehr. Jedenfalls haben sich hier die wogen geglättet..

Zunähst hatten wir jemanden, aber das passte irgendwie nicht..

Dann kam A, um sich vorzustellen und das passte ausgezeichnet!!!

A hat gelebt, intensiv, und reflektiert, und sie ist mutter.

Mit ihr kann ich über alles reden, so oft ich möchte kann ich etwas aussprechen, ohne mein gegenüber anzuöden, oder zu verletzen. Es tut mittlerweile gut, dass jemand da ist, der raum dafür musste auch erst wachsen und ich habe mich darauf eingestellt sie in mein, unser leben zu lassen…

Bla.bla.bla..

A ist kinderkrankenschwester und heiltherapeutin, hat einen esotherischen tatch und sieht viel, was anderen nicht auffällt.

Ihre praxis ist auch ihr wohnort. Dort hat sie ihre arbeitsräume und ihr privatleben, sie ist selbstständig und betreut sowohl als einzelfallhelferin familien mit kranken und pflegebedürftigen kindern und praktiziert als heilpraktikerin, sie hält frauenkreise ab und macht personal training und hat nebenbei ein buch über ihre arbeit mit kindern geschrieben und veröffentlicht.

Den ganzen tag fährt sie herum, von termin zu termin. Bis spät in die nacht arbeitet sie, immer unter strom, in ihrem element, zwischendurch der behördliche papierkram.

Dazwischen das kind, bei dessen umgang sie viel reflektiert und pädagigisch durchdenkt.

Die ernährung ist ihr wichtig, sie achtet auf ausgewogenheit und schadstoffe.

A muss noch das ein oder andere abbezahlen.

Ihr kind hat sie auf einer montessourischule.

Als selbstständige mit kind muss sie aufstocken. Obwohl sie ständig arbeitet..

Doch leider erkennt das jobcenter viele ausgaben, die sie für ihren beruf hat garnicht an, auch sind viele pauschalen beim alg2 viel geringer berechnet, als die selbe bei anderen behördlichen stellen (bis über 66% weniger, das ist doch kriminell!!!).

Sie wird durch ihre selbstständigkeit in schulden gepresst, wer bestimmt denn, wie viel sie bekommt?? Das jugendamt bestimmt wie viel sie für die einzelfallhilfe bekommt, die kassen legen doch einen stundensatz fest, alles durch Behörden und deren Politik.

Jetzt will der staat diese menschen neuerdings auch nur noch fünf jahre lang bei der selbstständigkeit, für die er so wenig springen lässt unterstützen.

Zuerst waren die hebammen dran, jetzt geht’s der sozialarbeit und der care-brange an den kragen!!!

So war die situation, als sie in unser leben trat.

Nun ist sie noch einmal ganz unerwartet schwanger geworden, mit 42 und ihr großes kind ist sieben.

Nun ist in der wohnung theoretisch erstmal platz für noch ein bündel mensch, aber wie siehts finantiell aus?

Sie war bei der schwangerenberatung, sie bekommt mutterschaftsgeld von der krankenkasse und elterngeld, da sie ja sowieso die zuzahlung vom jobcenter hat, wird ihr das alles angerechnet, toll..

So da sie ja so doof ist, selbstständig tätig zu sein, hat sie keine sicherheiten, theoretisch kann sie garnicht aufhören zu arbeiten, weil das jobcenter nicht die ganze miete zahlt und auch nicht ihre laufenden kosten für die arbeit, ob niedergelegt oder nicht und auch nicht für ihre ratenzahlungen, die sie monatl. leisten muss, wenn sie nicht insolvens gehen will..

Sie ist zuversichtlich, in etappen.

Dazu kommt die schwangerschaft, die für den körper ja eine herausvorderung bedeutet!

Für ihren beruf ist sie ja wie gesagt auf ihr auto angewiesen, wenn das kaputt geht kommt sie auf ihrem landkreis kurz vor berlin schlecht weg..aber auch hier ist das jobcenter unbeteiligt. Denn ihr auto blieb im letzten halben jahr zwei mal liegen und einmal für richtig viel geld..

Nun frage ich mich, warum A so schrecklich wenig geld für die viele arbeit bekommt, hier ist der staat, also das beauftragende jugendamt am hebel, so wenig geld, für eine sehr wichtige tätigkeit zu zahlen, eine, die eine frauendomähne ist. Unsere schwarze null..Bravo deutschland!!

Wenn ein beruf „verweiblicht“, dh, wenn ein beruf, in dem vorher eher männer gearbeitet haben, oder, der recht gut auf beide geschlechter verteilt war (da fällt mir kein beispiel ein, da frauen sich viel erkämpft haben, was im patriarchat männersache ist/war), immer mehr in frauenhände gelangt, sinkt auch der lohn für diese tätigkeit. Die sozialarbeit, die ende des 19.jh. frauen erstmals zugänglich wurde ist ein gutes beispiel dafür, ebenso, wie der beruf der_s sekretärin_s.

Im realen leben finden wir die auswirkungen dann bei A wieder, die einen so wichtigen job hat, die so stark ist und die in unserer gesellschaft so benachteiligt wird, durch ihre soziale situation.

Lovis

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