gleiches ungleich gemacht und gleich noch ungleicher

Es gab schon unter ersten frauenrechtlerinnen im 18. jh die kritik an der vermännlichten deutschen sprache.

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Die erste frauenbewegung der nachkriegsjahre brachte ein erstes verstehen der kritik in gang. Bis zur umsetzung einiger änderungen, in öffentlichen schriften, berufsbezeichnungen, unisexwetter, etc., waren 30/40 jahre lobbyarbeit nötig… und immer noch gibt es menschen, die es lächerlich oder zu anstrengend finden weibliche begriffe zu benutzen, oder auch männliche formen mal untypisch einzusetzen, der hausmann zb., den ein hausmann noch auf keinem staatlichen formular ankreuzen kann.

Aber die geschichte des gesellschaftlichen wandels und seine folgen sind höchst interessant, wie ich finde.

Zunächst wurde durch viele mutige menschen, die immer wieder in vorträgen, artikeln und büchern formulierten, dass unsere sprache vermännlicht ist und wo sie frauen unsichtbar macht, beschneidet und subtilen einfluss aufs bewusstsein eines jeden mitgliedes unserer gesellschaft hat.

(Z.b. in groß britannien wurde frauen aufgrund der als männlich ausgelegten, jedoch allgemein formulierten gesetzesgrundlage zum wahlrecht (nach besitz, wir befinden uns im 19.jh, bzw anfang des 20.), einfach die ausübung dieses rechts verweigert.)

Seit der ersten öffentlichen debatte ist viel passiert (leider über einen viel zu langen zeitraum, schleppend und verzögert), und mittlerweile gibt es „politisch korrekte“ gegenderte sprache, per gesetz halbherzig formulierte vorschriften für den öffentlichen raum.

Ich denke in den ersten wellen der frauenbewegung ging es darum, ein licht auf missstände zu richten, die die abwertung, die ungleichstellung und das unsichtbar machen von frauen darstellen und die faktoren die diese bedingen und daraus folgend diese zu beseitigen. Damit haben sie auch angefangen etwas zu bewegen, doch waren sie dabei sehr auf frauen beschränkt und ließen leider menschen, mit denen sie eigentlich an einer front stehen draussen. Oder griffen sie an, so wie menschen, die sich als transgender fühlen, oder hausfrauen. Das bild und die identität der frau war wohl bedroht. Dieses „wir schöpfen unsere ganz besondere energie aus unserem frau-sein“ war mir nie geheuer. Denn es weicht vom grundsatz alle können alles machen und werden, was sie wollen, egal, ob weiblich oder männlich, bis auf biologische und physikalische grenzen natürlich, (kinder bekommen, stillen, was beides auch biologische frauen nicht alle können, wachsen, wenn das wachstum abgeschlossen ist, fliegen ohne hilfsmittel, etc.,) ab.

Daher wurde bei all den forderungen nach geschlechtergerechtigkeit nur die gerechtigkeit für frau und mann gefordert, was sich auch in der umsetzung niederschlägt.

So sind alle änderungen immer auf frau und mann bezogen. Bei den meisten bezeichnungen wird nun alles einmal weiblich einmal männlich benannt.

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Generationen von starken frauen versuchen in ihrem allgemeinen sprachgebrauch gegenüber ihren kindern und vor allem gegenüber den mädchen auch weibliche begriffe zu verwenden.

Eine logische konsequenz aus so vielen wissenschaftlichen studien, dass frauen und schon kleinste mädchen sich weniger für etwas interessieren, wenn sie als weibliche menschen nicht angesprochen werden, in beispielen weibliche personen in der minderheit sind, es allgemein geschlechtsspezifisch einem anderen geschlecht zugeordnet wird, ist ja, ihnen die beispiele zu nennen, die weiblichen personen nicht mehr mittels formulierungen aus gruppen zu radieren und sie damit sichtbar zu machen.

Hier wurde im entscheidenden moment verpasst eine wirklich gendergerechte sprache, die alle menschen meint zu entwickeln, denn der höhepunkt der tolleranz und anerkennung fürs genderthema auf ernster ebene ist schon länger überschtritten.

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(Menschen wie Kobiki und Brüderle konnten sich ins fernsehn stellen und verkünden eine frauenquote beleidige ihre privilegierten töchter, die für nichts ein maß sind, oder auf der welle der herrenwitze noch einmal aus der gruft furzen..moment jetzt werde ich wütend, zurück zur these..)

Wenn wir uns aber andere aspekte des gesellschaftlichen wandels anschauen, sieht es nicht gerade so aus, als hätte die frauenbewegung das gesellschaftliche verständnis der frau ihrem ideologischen so viel näher gebracht, mal davon abgesehen, dass frauen durchaus vereinzelt in die chefetagen vorgedrungen sind.

Die mädchen sind fixierter aufs „mädchen sein“ als je zuvor. Prinzessinnen, feen, rosa, pink, für mädchen, mädchen, mädchen…

Sie sind stolz darauf, das hat sich geändert, aber damit grenzen sie sich ab und werden durch die ständige trennung von mädchen-/jungenaktivitäten,-spielzeug,-spielen usw wieder von den jungentypischen lernerlebnissen ausgeschlossen, sowie die jungen von den mädchentypischen.

Und heute sind mehr menschen als in den 80er und 90er jahren davon überzeugt, dass es genetische unterschiede gäbe, die für geschlechtsspezifisches verhalten verantwortlich seien, was durch zahlreiche studien widerlegt ist.

Es ist immer lustig, wenn menschen behaupten, dass die geschlechtsspezifische farbvorlieben von rosa/rot/pink und bau genetisch /evoliotionsbedingt sei. Jahrhunderte lang steckte mensch hier zu lande kinder in weiße kittel. Anfang des 19. jh wurde viel über gesellschaftlichen einfluss auf unse geschlechtsspezifischen rollenbilder gesprochen, sozialwissenschaftler_innen und psycholog_inn_en hatten eine stärkere unterscheidung der geschlechter durch geschlechtsspezifische zuordnung von farben vorgeschlagen, um die kinder ganz klar in ihr geschlechterkorsett zu begleiten und auch die mütter angemahnt, sie sollten richtige frauen und männer aus den kindern machen, so wie die gesellschaft sie als richtig versteht.

Deshalb wurden jungen in rot und mädchen in blau gesteckt, erst ende der 40er gab es eine kehrtwende und mädchen und jungen tauschten.

So ne scheiße, wie kommen wir da wieder raus???

Eine neue sprache muss her, davon bin ich fest überzeugt, eine sprache die keinen menschen diskriminiert und ausschließt!!!

Lovis

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