nicht im genderwahn, sondern gender wahnsinnig genervt!!!

Vielleicht habe ich auch nur schlechte laune, wegen dem ganzen schnee und dem schlitten vor unserer tür,…

Aber als wir heute an der bushaltestelle angekommen sind, was sich mit kind im buggy als herrausvorderung entpuppte, ging mir eine person mit kind furchtbar auf die nerven.

Wir waren sechs minuten vor dem bus an der haltestelle, aber es kam mir vor, als hätten wir da zwanzig minuten ausharren müssen.

Auf den sitzen im häuschen saßen Vincent und seine Mutter. Als wir uns dazu stellten, sagte der etwa 26 monate alte Vincent sehr aufgeweckt,

„Da, Mama, ein junge.“

Meine kleine trägt eine gelb-grau gestreifte mütze, eine dunkelgrüne schneehose, eine dunkelblaue winterjacke, mit rot kariertem innenfutter und roten schleifchen um einen kleinen aufgestickten bären und blau-grüne gummistiefel, auf die sie heute bestanden hat, die kann sie alleine anziehen..

Ich verstehe einfach nicht, wo die leute an ihr immer den penis sehen wollen, die schwierigkeit ist für erwachsene doch ganz einfach zu umgehen, wenn wir kinder als kinder bezeichnen und ihnen nicht die wichtigkeit in unterscheidung der geschlechter in zwei gruppen, weiblich/männlich aufdrängen, in dem wir jedes wesen danach kategorisieren!!! Oder halt nicht…

„Ja, Vincent, da ist ein junge.“

Um ihr kind zu beschäftigen, holte sie geld für die fahrkarte hervor, was in den darauf folgenden minuten dann zur unterhaltung diente.

„Weist du, was wir mit dem geld machen? Das ist für den busfahrer, dem gibst du dann das geld, und der busfahrer gibt dir dann die fahrkarten.“

„Die fahrkarten“

„Ja du gibst dem busfahrer das geld und er gibt dir die fahrkarten. Wem gibst du das geld?“

„Dem busfahrer.“

„Wem gibst du das geld?“

„Dem busfahrer.“

„Wem gibst du das geld?“

„Dem busfahrer.“

Das geld fiel in den schnee.

„Warte kurz, Mama hebt das wieder auf.“

„Wem gibst du das geld?“

Es war mir einfach zu viel und mir ist mit dem thema selten so sehr die galle hoch gekommen, ich hab sie runter gewürgt und versucht die kleine zu beschäftigen, damit sie das nicht so verinnerlicht, wie der arme Vincent.

Inständig hoffte ich eine frau am steuer des busses, und dass dieser so schnell wie möglich komme.. mittlerweile war es wirklich voll an der haltestelle.

Das gespräch der beiden beinhaltete nur männliche bezeichnungen, immer wieder erklärte seine Mutter, wie man dies und jenes tut, was der busfahrer, der autofahrer und der fahrradfahrer tut, der kleine Vincent muss denken, dass frauen generell nicht viel tun, geschweige denn arbeiten, sich wohl eher um kinder und haushalt kümmern, zuhause und auch wenn er schon einmal eine busfahrerin bewusst gesehen hat, muss er denken, dass es sich hier um eine ausnahme der regel seiner Mutter handeln muss und nicht weiter wichtig ist, denn MAN spricht immer von busfahrern…

Auch sprach Vincents Mutter von sich selbst praktisch ausschließliche in der dritten person. Das ist etwas, was ich nicht verstehe, in jedem buch über pädagogik, auch in den seichtesten… steht, dass kinder nicht dadurch sprechen lernen, dass ihnen wer zeigt, wie es geht und verlangt, dass sie es wiederholen, sondern am beispiel im alltag, niemand verlangt von seinem kind das wort scheiße zu benutzen, es gelangt je nach erfahrungswert in den kleinkindwortschatz, oder halt nicht. Warum erschweren so viele (,auch intelligente, sich pädagogisch bildende eltern) ihren kindern das erlernen der grammatik, gerade beim kognitiv anspruchsvollen umsetzen und erlangen der erkenntnis, dass jemand ICH sagt, wenn sie_er von sich selbst spricht???

Wenn andere leute von deiner mama sprechen, werde ich schon kapieren, dass das die frau ist, die mich schon immer versorgte und genauso beim papa und bei der oma, bei der großen hat das gereicht und ich habe der oma, die von sich selbst anfing in der dritten person zu sprechen einfach erklärt, warum sie sich das mal ganz schnell abgewöhnen soll, wenn sie nicht will, dass ihre enkelin sie irgendwann für beschränkt hält.

Für folgekinder ist es einfach, sprechen die älteren geschwister die familie ja immerzu mit der rollenfunktion an, MAMAPAPAOMAOPA!!!

Dazu in einem einzelbeitrag mehr..

Endlich im bus, stellen wir den buggy hinter zwei sitzplätze, auf die sich dann Vincent und sein Elternteil setzen..es geht also weiter, ich will nicht übertreiben, sie schauten aus dem fenster und nun thematisierten sie den schnee, wo immer er lag.

Meine Kleine und ich schauten ebenfalls aus dem fenster, ich hatte mich zu ihr runter gehockt und wir schauten uns die fassaden der vorbeiziehenden häuser an und die bäume, zwischendurch muss ich aufstehen, meine knie machen das nicht die ganze holprige fahrt so mit. Draußen fegten zwei leute den schnee von ihren autos, das bild ließ mich lächeln, sie sahen dabei aus, wie die Roma, die die autoscheiben für ein paar cent putzen. Auch Vincents Elternteil bemerkte die leute, eine frau und einen mann.

„Guck mal Vincent, der fegt sein auto frei, damit er…“

Kurz danach konnten wir aussteigen.

Ich weiß, dass andere es kleinlich finden und schwerfällig, aber diese vermännlichte sprache beeinflusst uns, das ergeben unzählige studien!

Genau, wie pädagog_inn_en in ihrer ausbildung doch lernen, dass ein satz wie „Fall nicht!“ oder „“Du fällst da gleich runter!“ beim kind ankommen, als „Fall!“ und „Du sollst/wirst da runter fallen!“, deshalb sollen negationen gerade aus der sprache mit kleinen kindern gestrichen werden, das hirn setzt den satz erst ohne negation um.

Es ist einfach, ich habe darauf geachtet und es fällt mir leicht, wenn erst ein paar neue formulierungen gefunden sind, geht es leicht von der zunge. Auch frage ich meine kinder, anstatt ob sie sich weh getan haben, ob alles ok ist und ob sie wieder aufstehen, wenn sie hinfallen. Was allen leuten sofort an der Kleinen auffält, dass sie kaum weint, wenn sie sich stößt, oder hinfällt. Selbst Impfungen sind für meine kinder kein grund zu weinen!!! Seit die Kleine in die kita geht, weint sie eher, wenn was passiert, ich denke, dort gibt es ein „oh!“, oder halt die frage, ob sie sich was getan hat. So sehe ich bei ihr, dass es direkte auswirkungen auf ihr erleben und ihre entwicklung, ihr selbstverständnis hat, wie mensch mit ihr redet, wie mensch mit ihr umgeht!!!

Warum werden pädago_ginn_en in ihrer ausbildung nicht geschult die kinder nicht nach geschlecht zu unterteilen und möglichst geschlechtsneutrale, bzw formulierungen, die alle geschlechter mit ein beziehen zu verwenden??? Ursache-Wirkung

Lovis

 

 

 

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