Das Leben einer Prinzessin

Gerade dachte ich über das vorbild einer prinzessin für kinder nach, auch das der prinzen, aber über die erfährt dam meißtens nicht viel..

Die meisten prinzessininnen sind mit einer komplizierten kindheit gesegnet,

Dornröschen muss fernab von ihren eltern leben, wegen einem bösen fluch;

Schneewittchen ist halbwaise und hat eine böse stiefmutter, die aus neid schließlich versucht sie umzubringen;

Aschenputtel ist ebenfalls halb verwaist und auch mit einer bösen stiefmutter und deren töchtern/tochter bestraft, ihren vater bekommt sie kaum zu gesicht bis er in einer variante sogar stirbt und sie vollkommen ausgeliefert ist;

die prinzessin aus „König Drosselbart“ wird von ihrem vater zur heirat gedrängt, obwohl sie noch keine ehe eingehen will und alle männer ablehnt, als sie nicht will, wird sie mit einem bettler zwangsverheiratet, dem sie nun den haushalt machen muss;

die arme müllerstochter, ich denke ebenfalls eine halbwaise, in Rumpelstilzchen muss die schwätzerei ihres vaters teuer bezahlen, indem sie dem Rumpelstilzchen ihr erstgebohrenes verspricht, nachdem ihr beide erinnerungsstücke an ihre mutter abgepresst wurden, damit es für sie gold spinnt. Dabei hat sie aus zwei übeln zu wählen, zwangsheirat oder wenn ich mich recht erinnere wird ihr vater eingesperrt oder umgebracht, wenn sie kein gold spinnt, sie entscheidet sich natürlich dafür den vater zu retten, der ihre lebengrundlage ist und damit für die zwangsheirat und dafür ihr erstgebohrenes zu verlieren.

Die prinzessin aus dem Froschkönig ist ebenfalls halbwaise, sie verliert ihr kinderspielzeug, wie alt ist sie wohl? Der frosch bringt ihr die kugel wieder, gegen das versprechen, dass sie ihn mit ins schloss nimmt und mit ihm essen, gesellschaft und schlafgemach teilt, er ihr gast ist und sie seinen wünschen entspricht. Ihr vater billigt das und als sie dem frosch dann einen kuss geben muss und ihn gegen die wand wirft, weil sie sich so vor ihm ekelt, verwandelt er sich in einen fremden prinzen, der dann auch geheiratet wird;

die prinzessin auf der erbse ist eine frau ohne viel biographie, irgendwann in ihrem leben wird sie von sehr weit weg gebeten sich zur eventuellen heirat einzufinden, ein bisschen, wie der bechlor, wenn sie sich als prinzessinenhaft genug erweist, darf sie ihn heiraten, ob sie will..sie ist ja angereist, aber die väter der prinzessinen zwingen ja häufig dazu. Jedoch ist ihre darstellung als die, die das richtige prinzessinensein verkörpert, eine nicht unwichtige!!!

Im gestiefelten kater hat die prinzessin nur ausgewählte auftritte, sie ist bei der rettung des jünglings dabei und lernt ihn so auch kennen, und sie trifft am ende zur hochzeit ein.

Mehr fallen mir nicht ein und aschenpuddel und das müllersmädchen sind ja nicht einmal adlig.

So nun zu den prinzen, bzw. königen.

Dornrößchens prinz hört von der geschichte um das schloss, das seit hundert jahren schläft und von der prinzessin, die es dort zu heiraten gibt, er ist mutig und stark genug, um sich alles untern nagel zu reißen und alle zu retten, einen dichten wald aus dornenbüschen zu durchquären. Dornrößchen kennt ihn nicht, er erlößt sie mit einem kuss und aus dankbarkeit heiratet sie ihn, willenlos, ihm seinen sold bezahlend.

Schneewitchens prinz kommt glaube ich nur zufällig vorbei, rettet und heiratet,bzw. in einer anderen fassung hatte er seine geliebte, oder ihm versprochene gesucht und sie an ihrem grab gefunden und sie dann gerettet, in diesem fall eine liebeshochzeit.

Aschenputtels prinz ist je nach fassung vorher schon mit ihr zusammengetroffen, oder lernt sie erst auf dem ball kennen, er verliebt sich unglaublich in sie und sucht sie nach ihrem übereilten aufbruch, doch leider erkennt er sie nicht an ihrer gestalt, sondern an ihrem schuh und ihm fällt nur an der verstümmelung der stiefschwester/n Aschenputtels auf, dass sie nicht objekt seiner begierde ist/sind ..etwas seltsam, eine sehschwäche? Am ende wird natürlich geheiratet, ohne viel kennenlernen, doch hier zeigt der prinz achtung und verehrung für seine prinzessin.

Der könig Drosselbart wird von der prinzessin verspottet, wegen seines bartes. Als bettler kommt er dann wieder, ohne bart, warum wird nicht klar, oder er hat sich mit dem vater verschworen und bekommt die prinzessin gleich mit, bei sich ist er zunächst höflich, aber versteht ihren unmut über ihre situation nicht und irgendwann bekommt die prinzessin das stockholmsyndrom und wird fleißig und lieb, nachdem sie sich mit ihrer situation abgefunden hat, dann kommt raus, dass der könig Drosselbart seinen bart abgeschnitten hat und das alles geplant war um sie zu brechen..

Der könig aus Rumpelstilzchen wird zunächst als hinterhältiger monarch dargestellt, der die müllerstochter durch eine heirat an sich binden will, wenn sie wirklich stroh zu gold machen kann, wenn nicht sperrt er den vater ein, oder bringt ihn für das geschwätz um..dann heiratet er das mädchen, und sie bekommt ein kind. Um sein eigen fleisch und blut sorgt er sich und unternimmt alles um es zu beschützen. Ganz nebenbei, was will Rumpelstilzchen mit dem kind machen? Jedes märchen enthält doch eine botschaft, ist hier vom plötzlichen kindstod die rede?

Bis zu seiner erlösung ist der Froschkönig ja zu verstehen, in einer misslichen lage, aber warum heiraten sich die beiden? Die kennen sich doch nicht, sieht er so gut aus? Denn das ist ja der einzige unterschied zu ihm als frosch, „ein wunderschöner prinz“ heißt es doch und dann gehts ab in die kapelle. Heißt das vielleicht, dass er schon bei ihr im bett war und deshalb durch den „kuss“ erlößt wurde, er musste nun geheiratet werden und wurde vom niemand zum wunderschönen prinzen, fürs umfeld aus dem nichts gekommen?

In der prinzessin auf der erbse geht es ja um einen prinzen, der eine richtige prinzessin braucht, aber er findet keine..gesucht wird ein empfindliches geschöpf, das nichts kann, aber eine besondere behandlung benötigt und sofort merkt, wenn sie nicht das beste vom besten bekommt. Gegen empfindsamkeit und ein gutes körpergefühl wären ja nichts einzuwenden, oder ist das auch wieder eine schwangerenmetapher? Ist es das was mädchen, bzw. prinzessinnen ausmachen sollen, dass sie unter 21 madratzen noch eine erbse spüren?

Der schuster im „Gestiefelten Kater“ ist einfältig und naiv. Der kater sagt ihm, was er tun soll, das ganze märchen über. Er hat glück mit seinem führer, das ist alles. Er zeigt keine eigene persöhnlichkeit, nur gefolgschaft und angst. Leider erfahren wir nicht, was passiert, wenn der kater stirbt. Lustig, dass es eine männliche katze sein muss, sieht dam ja nicht auf den ersten blick. Jedenfalls versteht der schuster sich schon beim ersten treffen wunderbar mit der prinzessin, die interessiert, gebildet und aufgeweckt erscheint. Hier ist die trauung, wenn auch beim ersten treffen schon arrangiert wohl einvernehmlich, auch wenn sie unterschiedliche sprachen sprechen, der kater übersetzt ja.

Was erzählen wir unseren kindern da nur? Der charakter der prinzen ist unwichtig, stark, mutig und listig sollen sie sein, oder jemandem vertrauen, der alles für sie richtet, ihre fehlenden eigenschaften ergänzt, aber nicht ihre gesellschaftlichen möglichkeiten inne hat. Sie müssen ihre frau, oder ihr mädchen fürs leben nicht kennen, nur hübsch müssen die sein und am besten gleich tietel und königreich mit in die ehe bringen, also statussymbole. Eine intressenheirat, aus wirtschaftlichen gründen.

Den prinzessinnen wird nahegelegt, dem wunsch des vaters zu folgen und falls ihr charakter nicht den normen für ein zurückhaltendes, unterwürfiges, fleißiges und liebes mädchen entspricht, ihn zu unterdrücken, sie haben keine rechte und müssen gerettet werden, vom strahlenden prinzen. Wenn sie nicht wollen werden sie gezwungen. Denn sie kommen aus einer zeit, in der jede frau einem mann gehörte, aber in der regel wollen sie ja, wenn sie so aus der noch viel schlimmeren situation rauskommen. Eine zeit in der sie tatsächlich keine rechte besaßen und über sie verfügt wurde. Schutzlos, hilflos. Wie alt sind die mädchen? Es wird nur von mädchen gesprochen, die oft an könige, also männer verheiratet werden. Entsprechend der epoche aus der sie stammen.

In dieser zeit war bei adeligen das durchschnittliche heitatsalter der mädchen 14 jahre, das der jungen 16, aber es wurde ja viel gestorben und so brauchten erwachsene männer jeden alters neue frauen. Schon durch die vielen geburten starben die frauen weg, die männer durch kriege und vergessen wir nicht all die krankheiten.

Geschichten aus der zeit des ständesystems und der morarchie sollten wir doch überwunden haben, wir erzählen unseren kindern, sie können alles werden und dann märchen aus einer zeit, in der es keine durchlässigkeit der schichten in der gesellschaft gibt. Sicher, durch list, oder schöhnheit wird es in den märchen möglich, aber die ideale sind doch ganz klar frauen- und menschenfeindlich, auch wenn Disney alles so süß mit liedern und tierchen ausschmückt, sind die geschichten doch die des grausamen mittelalters!!! Als historisch wichtige werke der soziologie zu betrachten, jedoch nicht für freie kinderköpfe gemacht!!!

Wer sie nicht kennt, „Prinzessin Kunigunde„, ein märchen mit happy end!!!

Lovis

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